15.09.2012
eberwein "unterwegs"
 

„Bairischer Kammersound“ nennt „eberwein“ diese eigenständige musikalische Mischung. Das niederbayerische Quartett kommt von der Volksmusik, die sie virtuos und gekonnt weiterentwickelt. Marlene Eberwein, die mit ihrer Harfe den „Sound“ bestimmt, entstammt der bekannten bayerischen Musikerfamile, die mit den „Dellnhauser Musikanten“ und der „Gesangsgruppe Eberwein“ die Volksmusik weit über die Grenzen Bayerns hinausgetragen haben.
Mit einer großen Lust am musikalischen Experiment interpretieren sie ihre Ausflüge in alle möglichen Klangwelten. Und weil Grenzen und Stil-Schubladen sowieso nichts gelten, greift der Klarinettist durchaus manchmal zur Gitarre, der Trompeter glänzt auch als Percussionist, der Bassist gönnt sich Ausflüge an die Mundharmonika und selbstverständlich wird zwischendurch herzerfrischend gesungen.
Wenn „eberwein“ unterwegs ist, verschmilzt die tänzerische Polka mit verspieltem Jazz, Blues oder melancholischem Klezmer. Ein bairischer Klassiker wie die „Oide Kath“ ist neu zu entdecken, der Tango wird beim Unterwirt getanzt, „Marias Mond“ macht den Blues und „Das Männlein im Walde“ steht zwischen Musette und Zwiefachem. Jedenfalls bestätigen die Vier wieder die Einsicht, dass sich Musik aus Bayern also partout nicht krachledern anhören muss.

Bildnachweis:
© Peter Litvai